Fördermöglichkeit für die Qualifizierung Ihrer Mitarbeiter

Was bedeutet das Programm WeGebAU?
WeGebAU steht für »Weiterbildung Geringqualifizierter und beschäftigter älterer Arbeitnehmer in Unternehmen«. Durch technologische Entwicklungen ist lebenslanges Lernen und die Weiterqualifizierung von Arbeitnehmern wichtiger als je zuvor. Der Erfolg eines Unternehmens wird maßgeblich von der Qualifikation der Mitarbeiter geprägt. Gerade gering qualifizierte und ältere Arbeitnehmer beteiligen sich in der Regel zu wenig an Weiterbildungsmaßnahmen und stellen daher ein Qualitätsrisiko für Arbeitgeber dar. Aber auch der Arbeitnehmer minimiert durch eine gute Qualifizierung das Risiko arbeitslos zu werden.

Ziele und Vorteile bei der Förderung durch WeGebAU?
Mit dem Förderprogramm WeGebAU leistet die Bundesagentur für Arbeit einen Beitrag dazu, dass auch Beschäftigte einen Zugang zur beruflichen Weiterbildung erhalten. So können Aus- und Weiterbildungen im Rahmen bestehender Arbeitsverhältnisse gefördert werden. Ziel ist es dem drohenden Fachkräftemangel entgegenzuwirken und da zu unterstützen, wo die Qualifikation von Arbeitnehmern noch nicht, oder nicht mehr den aktuellen Anforderungen entspricht. Langjährige, ältere Mitarbeiter können im Unternehmen gehalten werden, bzw. bewährte Mitarbeitern können aufgebaut werden. Das Unternehmen wird dabei bei den notwendigen Kosten unterstützt. Der Arbeitnehmer steigert seine Kenntnisse, seine Motivation und seine Beschäftigungschancen.

Rechtliche Grundlagen?
Die maßgeblichen Vorschriften zur Förderung von Weiterbildung über WeGebAU sind im Sozialgesetzbuch SGB III verankert. Es sind dies § 81 (Grundsatz), § 82 (Förderung besonderer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer), §§ 83 – 87 (Weiterbildungskosten, Lehrgangskosten, Fahrtkosten, Unterbringungskosten und Kinderbetreuungskosten), § 131 a (Sonderregelungen zur beruflichen Weiterbildung), §§ 177 – 180 (Fachkundige Stelle, Trägerzulassung, Maßnahmezulassung, Ergänzende Anforderungen an Maßnahmen der beruflichen Weiterbildung), § 183 (Qualitätsprüfung) und schließlich § 327 (Grundsatz, Zuständigkeit der Agentur für Arbeit).

Welche Ihrer Arbeitnehmer können gefördert werden?
Beschäftigte aus kleineren und mittleren Unternehmen mit weniger als 250 Mitarbeitern

  • Wenn der Mitarbeiter das 45. Lebensjahr vollendet hat, dann werden die Lehrgangskosten in voller Höhe übernommen.
  • Weitere Zuschüsse zu den notwendigen übrigen Weiterbildungskosten (z. B. Fahrtkosten, Kinderbetreuung etc.) können unter bestimmten Voraussetzungen gewährt werden.

Beschäftigte aus Betrieben mit weniger als zehn Beschäftigten

  • Lehrgangskosten werden unabhängig vom Alter in voller Höhe übernommen.
  • Weitere Zuschüsse zu den notwendigen übrigen Weiterbildungskosten (z. B. Fahrtkosten, Kinderbetreuung etc.) können unter bestimmten Voraussetzungen gewährt werden.

Gering qualifizierte Beschäftigte

  • Eine Altersgrenze besteht nicht.
  • Die Betriebsgröße spielt keine Rolle.
  • Der Mitarbeiter ist ohne anerkannten Berufsabschluss oder mit anerkanntem Berufsabschluss, aber berufsfremd durch eine an-oder ungelernte Tätigkeit in den letzten vier Jahren. Die Kenntnisse aus dem Ausbildungsberuf sind kaum noch verwertbar.
  • Die Lehrgangskosten werden übernommen und ein Zuschuss zu den notwendigen übrigen Weiterbildungskosen (z. B. Fahrtkosten, Kinderbetreuung) erstattet.

Sonderregelung (§ 131 a SGB III)
Arbeitnehmer können abweichend von der Erfüllung der Voraussetzungen des § 82 SGB III trotzdem in dessen Sinne gefördert werden, wenn

  • der Arbeitgeber min. 50 % der Lehrgangskosten übernimmt und
  • wenn die Maßnahme vor Ablauf des 31.12.2020 beginnt.

Wichtig:
Es muss ein sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis geschlossen sein, das über den gesamten Weiterbildungszeitraum besteht. Daher können geringfügig Beschäftigte nicht gefördert werden.

Welche Maßnahmen können gefördert werden?
In der Regel können Weiterbildungen und Ausbildungen gefördert werden, die im Rahmen des bestehenden Arbeitsverhältnisses und unter Lohnfortzahlung durchgeführt werden. Die Teilnehmer werden dazu vom Arbeitgeber freigestellt.

  • Bei den Ausbildungen handelt es sich um Umschulungen, Vorbereitungslehrgänge auf Externen – und Nichtschülerprüfungen sowie berufsanschlussfähige Teilqualifizierungen, die entweder am Stück oder in einzelnen Modulen absolviert werden können.
  • Bei Qualifizierungen handelt es sich um Anpassungsweiterbildungen oder Fortbildungen, die mindestens vier Wochen (min. 160 UE) dauern.
  • Sowohl Lehrgang, als auch Bildungsträger müssen die Zertifizierung nach AZAV vorweisen.
  • Die Weiterbildungen und Ausbildungen müssen auch für den allgemeinen Arbeitsmarkt verwertbar sein.
  • Nicht gefördert werden Maßnahmen mit überwiegend betriebsspezifischen Lerninhalten, an denen andere Unternehmen nicht teilnehmen können oder wenn die Maßnahme arbeitsplatzbezogen im jeweiligen Unternehmen stattfindet.
  • Die Ausbildung / Qualifizierung muss während der üblichen Arbeitszeit stattfinden.

Welche Kosten werden übernommen?

  • Ausbildungen, die zu einem anerkannten Abschluss führen: Lehrgangskosten werden in voller Höhe erstattet. Der Arbeitgeber kann einen Arbeitsentgeltzuschuss zwischen 50 – 100 % erhalten.
  • Bei Qualifizierungen werden Lehrgangskosten in Höhe von 50 – 100 % übernommen, je nach Betriebsgröße und Alter des Mitarbeiters.
  • Der Mitarbeiter kann einen Zuschuss für weitere anfallende Kosten (z. B. Fahrtkosten, Kinderbetreuungskosten) erhalten.
  • Der Betrieb kann eine Pauschale zu den Sozialversicherungsbeiträgen erhalten.

Wo findet die Maßnahme statt?

  • Die Weiterbildungen müssen außerhalb des Betriebes durchgeführt werden.
  • Umschulungen können betrieblich oder außerbetrieblich (bei einem Bildungsträger) stattfinden.

Vereine und kirchliche Einrichtungen?
Vereine oder kirchliche Einrichtungen können unter bestimmten Voraussetzungen ebenfalls gefördert werden. Wenn in diesen Einrichtungen Produkte oder Dienstleistungen angeboten werden, die auch von marktwirtschaftlich orientierten Unternehmen angeboten werden, die im Wettbewerb zu anderen Unternehmen stehen.

Transferkurzarbeitergeld?
Seit dem 01.08.2016 besteht auch die Fördermöglichkeit für Arbeitnehmer in Transfergesellschaften. Hierzu zählen Ältere nach Vollendung des 45. Lebensjahres und Geringqualifizierte, wenn der Arbeitgeber min 50 % der Lehrgangskosten übernimmt. Wenn Geringqualifizierte an Maßnahmen teilnehmen, die länger dauern, als das Transferkurzarbeitergeld läuft, dann übernimmt die Agentur für Arbeit ab Ende des Bezuges die vollen Kosten des Lehrgangs.

Wer ist Ansprechpartner in der Agentur für Arbeit?
Ansprechpartner ist der Arbeitgeberservice der örtlich zuständigen Agentur für Arbeit. Die Kontaktdaten sind unter www.arbeitsagentur.de/unternehmen zu finden. Hier können Sie sich umfassend beraten lassen. Die Arbeitnehmer, die gefördert werden sollen, erhalten dann von der Agentur für Arbeit einen Bildungsgutschein. Damit können diese sich bei dem gewünschten Träger und in der gewünschten Maßnahme, wenn diese die AZAV Bestimmungen erfüllen, anmelden. Um den richtigen Träger und die entsprechende Maßnahme zu finden, hilft Ihnen das Kursnet der Agentur für Arbeit.

Angebote des BFZ Berufsförderungszentrum Peters GmbH:
Wir bilden in 16 bis 24 Monaten in folgenden Schwerpunkten mit anerkanntem Abschluss aus:

  • Metallberufe
  • Elektroberufe
  • Kaufmännische / verwaltende Berufe
  • Mediengestalter
  • Fach- und Servicekraft Schutz und Sicherheit
  • Florist
  • Koch

Wir bieten dazu in vielen Bereichen Qualifizierungen, die von fünf Wochen bis zu acht Monaten dauern:

  • Verschiedene Schweißverfahren
  • CNC Anwender
  • Pneumatik und Steuerungstechnik
  • Praktiker Metall
  • Digitaldruck – Fachkraft
  • Sachkundeprüfung nach § 34 a GewO
  • Pflegeassistenz
  • Betreuungsassistenz gemäß § 53 c SGB XI
  • Prüfungsvorbereitung für alle Berufe im BFZ Peters
  • Sprachkenntnisse für Muttersprachler und Migranten

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