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Projekt BEIVIG jetzt auch im Landkreis Neuburg
Ein Lagerist, der nur noch fünf Kilo heben darf, stellt den Arbeitgeber vor Probleme. Doch es gibt Lösungen, sogar mit finanzieller Hilfe des Staates. In Kürze wird es auch für Neuburger Unternehmer Berater in diesen Fragen geben. Die Sozialpädagogin Katrin Dietrich vom Projektmanagement BEIVIG erklärt, worum es geht.
Bei dem Lageristen handelte es sich um einen 56-jährigen Mitarbeiter eines Chemieunternehmens in Waldkraiburg. Der Arbeitgeber wandte sich an die professionellen
Berater des (BFZ) BerufsförderungszentrumPeters GmbH. Die schlugen vor, den Arbeitsplatz umzuplanen. Das Unternehmen ließ sich darauf ein. 40 000 Euro kosteten die
Hebehilfen. Die Investition wurde vom Integrationsamt zu 100 Prozent gefördert. Der 56-Jährige konnte seinen Job behalten, der Firma blieb ein bewährter Mitarbeiter und
nachdem das Unternehmen im Schichtbetrieb arbeitet, entstanden somit auf einen
Schlag drei Arbeitsplätze für Mitarbeiter mit Rückenproblemen.
Die großen Unternehmen im Handel und der Automobilindustrie befassen sich längst
mit dieser Form des betrieblichen Eingliederungsmanagements. Bei den kleinen oder
mittelständischen hat es sich noch nicht durchgesetzt. Nun möchte das Berufsförderungszentrum auch in Neuburg Fuß fassen und ein Büro im Fürstgartencenter
eröffnen. Am 28. September ist außerdem eine Auftaktveranstaltung für Firmen der Region geplant, zu der auch Gewerbeverband, die Sozialversicherungsträger und der Gaststättenverband eingeladen sind. Die einschlägige Beratung ist nach Auskunft von Katrin Dietrich für die Firmen übrigens kostenlos.
Was soll mit dem Eingliederungsmanagement erreicht werden? „Dadurch können
Fehlzeiten verringert und Kosten durch Lohnfortzahlung und Ersatzpersonal gesenkt werden. Außerdem werden Mitarbeiter gehalten und damit auch wertvolles Knowhow
für das Unternehmen“, zählt Dietrich auf. Nicht zuletzt könnten sich Arbeitgeber damit
auf den demografischen Wandel mit immer mehr älteren Mitarbeitern einstellen. Ferner gibt Dietrich auch die positiven Auswirkungen als fairer Arbeitgeber zu Bedenken und nicht zuletzt erfülle ein Unternehmen damit gesetzliche Vorgaben und sei auch im Fall einer Kündigung vor gerichtlichen Auseinandersetzungen geschützt.
Das Projekt BEIVIG gibt es seit 2007. Nachdem „die Struktur der Stadt passt“, wie Projektmanagerin Dietrich findet, rechnet sie mit entsprechender Resonanz. „Jedes Unternehmen wird sich Gedanken machen und nach Lösungen suchen müssen, um die Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter wieder herzustellen, oder zu erhalten“, sagt Dietrich.
(Artikel erschien im Donaukurier/Neuburg, S.21 am 01.09.09)